Das Vlies der Pommernschafe ...

... ist bei der Geburt schwarz. Mit abnehmender Tendenz kommen Lämmer mit geringen weißen Vliesanteilen vor, besonders am Schwanzende und auf dem Kopf. Verantwortlich hierfür, werden frühere Einkreuzungen von Fleischschafen gemacht, was auch der Grund ist, warum diese Tiere in der Regel gemerzt werden. Ausnahmen bestätigen die Regel, so in Fällen ansonsten hervorragenster Rassevertreter, auf deren Zuchteinsatz man nicht verzichten möchte -- eine umfassende Nachzuchtkontrolle auf Vererbung dieses unerwünschten Phänomens wird erforderlich.

Die nachwachsende Wolle hellt im Lauf der nächsten Monate/Jahre auf. Klassifiziert wird die Farbe in den Bezeichnungen "blau, blaugrau, grau-blau, grau". Erwünscht ist die gesamte Farbpalette "grau" ohne die Extreme schwarz und weiß. Sowohl die Farbe, als auch die Feinheit der Wolle des einzelnen Tieres soll ausgeglichen sein. Durch Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung) verändert sich die Farbe des äußeren Vlieses. Sie wird bräunlich bis fast weiß. In der Tiefe des Vlieses zeigt die Sonne keine Wirkung.

Der Charakter der Wolle gilt als mischwollig, tendenziell im Übergang zum Schlichtwolligen.
"Das Mischwollvlies der Pommernschafe unterscheidet sich von vielen anderen Mischwollen besonders dadurch, dass alle Fasertypen annähernd eine Länge und Stärke besitzen. Die Spannweite der Durchmesser ist wesentlich geringer als bei Rassen mit einer feinen Unterwolle (z. B. Skudden). Die Wollfasern können hier nicht als fein bezeichnet werden; sie besitzen jedoch eine hohe Elastizität. Die Wollfaser können 80+ % der Gesamtstapellänge erreichen, daher ist die Stapelform eher "blockförmig" als spitzauslaufend." (Zitat, Dr. Gunhild Kun)
Die Feinheit liegt im Schnitt bei etwa 37µ (Gaede 1926). Bei jüngeren Messungen (2002 - 2006) an Jährlingsböcken, wurde eine Feinheit von etwa 35µ gemessen, mit einer Spannbreite von < 28µ bis > 40µ.

Manche Vliese zeigen einen angedeuteten, verwaschenen Aalstrich. Bei Böcken tritt in der Regel mehr oder weniger Mähnenbildung auf. Mutterschafe zeigen gelegentlich ebenfalls leichte Mähne - ist hier aber nicht erwünscht. Zur Regulierung werden Böcke mit keiner oder nur schwacher Mähne eingesetzt.

Eine Wolllänge von 28-36 cm soll vor annähernd 100 Jahren nicht selten gewesen sein (Gaede). Wahrlich, das ist wünschenswert lang, kann aber heute, wenn überhaupt, als Ausnahme gesehen werden. Mit einer Länge von 20-25 cm ist man gut dabei. Die extrem lange Wolle fühlt sich oft wattig an und neigt dazu, kaum noch Stand zu besitzen dabei hängt sie fast nur noch platt am Tier herunter. Diese Tiere erreichen häufig nur eine Lebensdauer, die knapp über dem Termin der versuchten Körung liegt. Gegensätzliche Vetreter sind ebenfalls aufgefallen (12-15 cm), mit sehr dichten kräftigen und geschlossenen Vliesen. Dank eingegrenzter Schurtermine und vollzogener Längenmessungen bei der Körung, wird aber auch dagegen vorgegangen bzw. selektiert.
En gros kann man feststellen, dass in den ersten Monaten nach der Schur durchgängig geschlossene Vliese durch starke Schüttelbewegungen vom einfallenden Regenwasser befreit werden müssen (können). Im Verlauf des Jahres kommt es zur Scheitelbildung. Das Vlies fällt zu den Seiten ab und begünstigt das Abfließen des Wassers. Unterstützt wird dieser Effekt durch das Überhaar (Überdachung), welches ansonsten, im Sinne der Wollverarbeitung, nicht so gerne gesehen wird.

Sie sind bei www.pommernschafe.de ---  besuchen Sie www.rauhwoller.de