Historische Zuchtziele

Ein Sammelsorium von Literaturfetzen rund um das Pommernschaf (chronologisch)

Gaede, 1926

  • Die Wolle soll weich, geschmeidig aber fest sein
  • cd-Feinheit (damals 37µ) sollte angestrebt werden
  • Farbe: silbergrau, da hier besonderer Glanz
  • Die Länge der Wolle ist bedeutend. Spricht man von einer Länge der Wolle, so ist Voraussetzung, das ihr Wachstum 1 Jahr gedauert hat und dass beim Messen die Kräuselungsbögen gerade gestreckt sind, ohne dass eine Dehnung des Haares stattgefunden hat. Die grauwolligen Landschafe haben häufig eine Wollänge von 28-36 cm. Infolgedessen teilt sich auch die Wolle auf dem Rücken und fällt seitwärts ab. Diese Art der Wollagerung auf dem Körper ist von großer Bedeutung, da die Tiere dadurch in der Lage sind, selbst bei nassem Wetter auf der Weide zu bleiben, ohne dass die Gefahr besteht, dass das Wasser bis auf die Haut eindringen und so leicht eine Erkältung herbeiführen könnte. Das Wasser bleibt nur auf dem Vlies und tropft hier ab. Die Eigenschaft, Strähnchen und Stapel zu bilden, besitzen die Wollhaare der grauwolligen Landschafe nicht, allerdings mit der Einschränkung, dass diejenigen Schafe, deren Wolle noch nicht zu lang ist, eine gewisse Stapelbildung zeigen, deren Form offen und spießig ist. Jedoch mit Zunahme des Wachstums der Wollhaare verliert sich diese Eigenschaft mehr und mehr. Die Haare liegen dann neben- und aufeinander und geben dadurch dem Körper eine schützende Decke.
  • Wiederstandsfähigkeit und Genügsamkeit erhalten - Inzucht vermeiden.
  • Unter Reinzuchtbedingungen die Körperform bzw. -gewichte vergrößern
  • Keilförmiger Kopf, nach vorne verjüngt. Rammskopfbildung wird gern gesehen.
  • Kopf durchweg schwarz, hornlos und bis zu den Ohren wollfrei. Leichte hellere Tönung jedoch nicht fehlerhaft. Weißes Mehlmaul allerdings verpönt. Lange Ohren erwünscht, sodass sie gegenseitig zur Berührung gebracht werden können.

Arcularius (1939)

  • Körperform: mittelgroß
  • Kopf mit Stichelhaaren besetzt, meist kleiner Stirnschopf; schwarz bei blau- und grauwolligen, weiß bei weißwolligen Schafen.
  • Ohren: mitellang bis lang. Kurzohrigkeit unerwünscht.
  • Hals: Bei älteren Böcken eine vom Hals bis zur Vorderbrust herabreichende Mähne von schwarzen Grannenhaaren.
  • Vorhand: Entsprechend gute Schulter, breite Rippen, lange Brust.
  • Rumpf: Möglichst tonnenförmig.
  • Hinterhand: Breit mit entsprechend guter Keule. Stand enggestellt, jedoch nicht kuhhessig.
  • Haut: Kräftig, derb.
  • Geschlechtsmerkmale: Typisch ausgebildet.
  • Wollzuchtziel: Feinheit C-D-E. Lange Mischwolle. Ausgeglichenheit wird angestrebt. Spinnfähigkeit für Hausfleiß muß erhalten bleiben.
  • Wolle: Schlicht. Weiß, hellgrau, blaugrau, blau oder graubraun. Schwarze und braune Wollen sind unerwünscht.
  • Vlies: 15-22 cm lange Grannenhaare. Feine, dichte Unterwolle. Gute Bewachsenheit des gesamten Körpers wird gefordert.
  • Gewichte: Ältere Böcke 80 kg, Mutterschafe 55 kg, Jungböcke 55 kg, Jungschafe 40 kg.

Hering, 1941

  • Das Zuchtziel beschränkt sich auf die weitestgehende Erhaltung des Gesundheitszustandes. Denn es sind seit zwei Jahrzehnten keine Erkrankungen an Leberegel, Lungen- und Magenwürmern bekannt geworden. Ferner gibt es keine Klauenerkrankungen auf den feuchten, nebligen Wiesen an der Ostsee. Die Wollfeinheit von D-E wird aufrecht erhalten, wie die Länge und die hellgraue, graublaue und grauschwarze Naturfarbe, weil diese Wolle im Haushalt zur Werkkleidung verarbeitet wird und von keiner anderen ersetzt werden kann. Die Verbesserung der Körperschwere, Größe und Form geht Hand in Hand mit der Erhaltung der Widerstandsfähigkeit.

1955:

  • Das damalige Zuchtziel sah vor, ein den gegebenen Bedingungen entsprechendes Landschaf mit rauer Wolle bei guter Fruchtbarkeit und bester Kondition mit befriedigender Fleisch- und Wolleistung zu züchten. Dabei sollte die Wolle bei graublauer bis blaugrauer Farbe mit stahlblauem Glanz eine C- bis CD-Feinheit aufweisen (30-34 µ).

Heidler, 1955 (aus Brockmann 1987)

  • Wie stark der Wunsch nach einem fleischigen Rauhwolligen Landschaf war, zeigt auch eine Bewertung der Ergebnisse von Geade zur Körperform. Frau Dr. Heidler kommt zu dem Schluß, dass eine Vorselektion und zielgerichtete Züchtung auf Fleischtypen stattgefunden haben muß, da diese Tiere dem Landschafcharakter nicht mehr entsprochen haben.

1956 ( Tierzuchtinspektion Schwerin)

  • Gefordert wird ein gegen Witterungseinflüsse widerstandsfähiges, in Haltung und Fütterung anspruchsloses Landschaf, dass sich zur Haltung auf kargen Böden und im rauen Seeklima eignet.
  • Kopf: schwarz, hornlos, mittellang, gut mit Deckhaaren besetzt, Schnippe auf unterem Nasenteil und Stirnschopf zulässig, Ramsnase beim Bock erwünscht, Augen lebhaft, Zunge blau, Ohren schwarz, mittellang, trocken, Hals schwache Mähne.
  • Vorhand: entsprechend dem Geschlechtscharakter gut ausgeprägt.
  • Rumpf: fester Rücken mit tiefer Hinterrippe.
  • Hinterhand: Kruppe leicht abfallend.
  • Gliedmaßen: trocken, Sprunggelenk gut ausgebildet, harte Klauen, einheitliche und dunkelfarbige Bewollung bis Vorderfußwurzel, bzw. Sprunggelenk zulässig.
  • Wolle: mischwollig, C-CD Sortiment, guter Flankenbesatz, Mindestlänge 12 cm, Farbe graublau bis blaugrau.
  • Wolleistung: Böcke 5 kg, Muttern 3,5 kg, Rendement mindestens 55 %.
  • Lebendgewicht (mindestens): Altböcke 65 kg, Muttern 45kg, Jungböcke 55 kg, Jährlinge 40 kg.


   

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